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Reisebericht von Gerti Bosch und Katrin Beiser

Unser medizinisches Material wollten wir in dem über 400 km entfernten Dorf Sutukoba abgeben. Die Menschen leben dort abgelegen und minimalistisch. Es gibt dort keinen Strom, nur unbefestigte Straßen, die zu Regenzeiten zu reißenden Flüssen werden und Landstriche abgeschnitten werden. Das Wasser muss aus den wenigen Brunnen mit der Hand geschöpft werden. Eine medizinische Grundversorgung ist nicht gewährleistet.

Reisebericht von Gerti Bosch und Katrin Beiser

Katrin Beiser aus Berlin, Gerti Bosch aus Holzheim

Nun sind wir schon fast 2 Monate zurück aus Gambia und in unseren Gedanken beschäftigen wir uns sehr viel mit dem kleinen Land, ihren Menschen und ihren Aktivitäten. Unsere Spendenkoffer waren wie immer randvoll gefüllt mit Sachspenden, wie Gartengeräte, Schulmaterial, Schuhe, einer größeren Menge Verbandsmaterial sowie Medikamenten und nicht zu verachten, Spendengelder.

Die wunderschön gelegene Rainbow-Lodge, Sonne, Wärme, Meer, lange Strände und unberührte Natur, ließen uns erst einmal unseren Alltag vergessen. Als erste Aktion wollten wir einen Teil der Projekte von Hand in Hand besichtigen. So führte uns Opa, der Manager vor Ort, zu den Schulen Sanyang, Rumba und den Feldern Kitty 1 und 2.

Uns wurde viel von der Ausgangssituation erzählt, zum Teil auch mit Fotos dargestellt. Deshalb staunten wir nicht schlecht über den gepflegten Schulgarten in der Sanyang- Schule, das ordentliche Schulgebäude, die Idee, ein provisorisch mit einfachsten Naturmaterialien aufgestelltes Zusatz-Klassen-"Zimmer" und das im Bau befindliche 2. Schulgebäude. Während hier der Bau zögerlich vorangeht (wir haben jedoch erfahren, dass der Bau demnächst fertiggestellt wird), ist die Unterstützung für die Dorfschule in Rumba abgeschlossen und die Kinder profitieren unter anderem von den Schultoiletten, zusätzlichen Klassenzimmer und vor Ort gebauten Schulbänken und Tischen.

Nach einer Fahrt durch Staub und unbefestigte Straßen sowie karger Landschaft waren wir überwältigt, als wir vor Kitty 1 und 2 standen. Es war großartig zu sehen, wie es hier grünt und blüht, eine Farbenpracht, die durch die bunte Kleidung der Frauen noch verstärkt wurde. Die Orangenbäume, die durch die gut funktionierende Tröpfchenbewässerung, eine stattliche Größe mit vielen Orangen erlangt hatten. Die Wasserbecken waren durch die solarbetriebene Brunnenanlage reichlich gefüllt und die Frauen und Kinder bewirtschafteten fleißig ihre Beete. Wir können uns gut vorstellen, dass die Ernte von Gemüse reichlich ist und sich die Frauen über den Verkauf auf dem Markt Geld für lebenswichtige Nahrungsmittel wie Reis, Schulgeld oder Medikamente, zurücklegen können, um somit ihre Lebensgrundlage zu verbessern. Wir bekommen Gänsehaut, wenn man bedenkt, welche Schwierigkeiten für den Erfolg für diese Einsätze zu meistern sind. Termine ausmachen (das afrikanische Zeitgefühl entspricht nicht unserem getaktetem Leben), Technikverständnis, Preise aushandeln, haltbare Materialien besorgen, Spenden einsammeln, verwalten und sinnvoll einsetzen, um nur einiges von vielen Schwierigkeiten zu benennen.

Unser medizinisches Material wollten wir in dem über 400 km entfernten Dorf Sutukoba abgeben. Die Menschen leben dort abgelegen und minimalistisch. Es gibt dort keinen Strom, nur unbefestigte Straßen, die zu Regenzeiten zu reißenden Flüssen werden und Landstriche abgeschnitten werden. Das Wasser muss aus den wenigen Brunnen mit der Hand geschöpft werden. Eine medizinische Grundversorgung ist nicht gewährleistet. Die Dorfbewohner erwarteten uns sehnsüchtig mit äußerst herzlicher Gastfreundschaft, ausgedrückt in Tanz und Trommeln und reichlich Reis, Zwiebelsoße, Fisch, Brot, Melone und sogar zum Dinner Spaghetti. Die Unterkünfte für uns und die Dorfbesichtigung zeigen dass äußerst einfache Leben.

Der Besuch des neuen kleinen Healthcenters machte uns deutlich, dass Krankheiten kaum behandelbar sind. Es fehlen diagnostische Möglichkeiten und eine Behandlung ist nur auf einfachster Ebene möglich. Schwangere und schwerer betroffene Patienten müssen in das 20 km (mehrere Stunden bzw. Tag Anfahrt) entfernte Krankenhaus - vorher mit Eselskarren, jetzt mit dem gespendeten ASB-Krankentransportwagen (extreme Erleichterung) gebracht werden. Unsere in Serrekunda eingekauften Medikamente wie Malaria-Tabletten und Teststreifen, Antibiotika, Wurmmittel und anderes sowie unser gesponsertes Verbandsmaterial wurde glücklich in Empfang genommen, da dieses dringend gebraucht und immer zum Einsatz kommt. In intensiven Gesprächen hat uns sehr beeindruckt, dass die Dorfgemeinschaft eine „Krankenversicherung“ für sich entwickelt hat. Pro Kopf wird ein Dalasi (ca. 2 Cent) pro Monat eingesammelt, um die Finanzierung der Angestellte und des Autos mit zu unterstützen.

Es gäbe noch sehr viel zu berichten, wie der Besuch des lebensfrohen Yahyah in Senegal, die Teilnahme an einer traditionellen Hochzeit, Kennenlernen von interessanten Leuten wie Berufsimker, Musiker, Studenten im Auslandeinsatz, was aber den Rahmen hier sprengen würde.

Leider mussten wir auch erleben, dass die Chinesen sich in das Land einkaufen (extremer Straßenbau) und den Staat von sich abhängig machen bzw. eine Verschuldung schon da ist. Es wurde die Fischfabrik in Sanyang wieder in Betrieb genommen, was zur Folge hatte, dass es widerlich gestunken und kaum aushaltbar war. Die giftigen Abfallstoffe werden ins Meer geleitet, der Fischfang ist massiv bedroht und die Gesundheit der Menschen schwer beeinflusst.

Gambia ist auf jeden Fall eine Reise wert und auch das Projekt Hand in Hand hat uns so beeindruckt, dass wir um Unterstützung und Spenden bitten. Hilfe zur Selbsthilfe findet vor Ort statt!!

Durch den Tourismus und die Bedürftigkeit der Menschen vor Ort ( schwierige Lebensbedingungen) entsteht oft eine falsch verstandene Unterstützung , in dem den Menschen einfach so Geld gegeben wird und ihnen damit die Möglichkeit genommen wird, Ideen zum selbstständigen Leben zu entwickeln. Ihre Abhängigkeit wird dadurch noch größer. Wir wünschen uns Touristen, die mit Bedacht dieses Land unterstützen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf ein Wiedersehen in Gambia und den Besuch der Projekte und der Menschen vor Ort.

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